Mehrtägige Tour mit dem „Falken“

Das Hochdruckgebiet Detlef sorgte dafür, dass es für längere Zeit sehr warm und sonnig werden sollte. So entschlossen sich Nils und Pascal für einen Kurzurlaub mit unserem Motorsegler. Hier also ihr Bericht zu der schönen Tour in den Norden:

Der ursprüngliche Plan nach Mali Losinj in Kroatien zu fliegen, wurde Corona bedingt leider schnell verworfen. So belief sich die Reise auf Gebiete innerhalb der deutschen Grenze. 

Bei vorhergesagten Temperaturen jenseits der 30° war das Ziel auch schnell ausgemacht – der als „gefährlichster Flugplatz Deutschlands“ geltende Flughafen Helgoland, auf der gleichnamigen einzigen deutschen Hochseeinsel, wurde als geplantes Ziel ausgewählt.

Mittwochmorgen bei Sonnenaufgang sollte es losgehen. Es dauerte etwas, das ganze Gepäck im kleinen Staufach unseres Moses zu verpacken, doch als die Sonne gerade über den Horizont aufging, die Schwimwesten angelegt waren, konnte es losgehen. 

Abflug von Piste 09 um 0430 UTC. Die Startmeldung war abgeschickt und los ging es. 

Die orangen Schwimmwesten glänzten im morgendlichen Sonnenschein und leichte Nebelschwaden, die das Sauerland bedeckten, offenbarten einen fantastischen Ausblick. 

Nach zwei Low approachs in Dortmund und Münster, setzten wir unseren Flug weiter Richtung Helgoland (EDXH) fort.

Ohne Zwischenfälle kamen wir in Wittmund an der Nordsee an. Helgoland war von hier zunächst nicht in Sicht. Um einen Flug von etwa 50km über das Meer so sicher wie möglich zu gestalten, galt es bis an die Untergrenze des Luftraumes zu steigen. Das entsprach 5500ft, also in etwa 1500m. Denn falls der Motor ausfallen sollte, bestünde noch so die Möglichkeit, im lautlosen Segelflug 30km zu überbrücken. Damit entging man der Gefahr einer potentiellen Notwasserung. Denn der Plan war, lieber ohne Schwimmweste im Meer schwimmen zu gehen 🙂

Es dauerte nicht lange, da ragten am Horizont zwei kleine Inseln aus dem weiten Blau heraus. Wir wussten, dass kann nur Helgoland sein. Bei 20kt Wind, also fast 40km/h aus 200° kommend, landeten wir auf Piste 21. Bei der 380m langen Bahn galt es so früh wie möglich aufzusetzen, denn andernfalls drohte ein überschießen der Piste. Doch alles verlief gut. Nach einem bilderbuchreifen Anflug setzten wir so frühstmöglich auf und rollten zu unserer Parkposition. 

Danach gab es erstmal zur Stärkung ein ausgiebiges Frühstück im dort ansässigen Restaurant. Nach zweieinhalb Stunden Flugzeit hatten wir uns das auch redlich verdient. 

Bis in den Nachmittag erkundeten wir dann die Hauptinsel und bei einem Fischburger widmeten wir uns der weiteren Flugplanung. Die Idee kam auf, Hamburg „von Oben“ zu erkunden – denn die Stadt selbst kannten wir schon von dem einen oder anderen Besuch.

Doch zunächst galt es, nach einer erfrischenden Runde in der Nordsee, das Abendessen zu organisieren. Ein Glück, dass ein Shop noch offen hatte, denn für das Restaurant waren wir schon zu spät. So beschränkte sich das Dinner auf Knäckebrot mit Nutella, aber das dann beim Sonnenuntergang am Strand 🙂

Nach dem überaus nahrhaftem Essen, schlugen wir unser Nachtlager am nahe gelegenen Campingplatz auf. Ein Glück, dass das Zelt im Flieger Platz gefunden hatte.

Das nächste Ziel war Uetersen, der Flugplatz, der am Nähesten an der Hamburger Innenstadt liegt. Sogar Mietautos sollte es dort wohl geben, also ideal um den Ausflug in die Speicherstadt zu wagen. Nach etwas mehr als einer Stunde Flugzeit erreichten wir Uetersen. Leider stellte es sich schnell heraus, dass die einzigen Mietautos, die es gab, Trekkingfahrräder aus den 80ern waren, die bei jedem Schlagloch drohten auseinanderzufallen.

Trotzdem kamen wir so zum nächstgelegenen Bahnhof. So stand einem netten Tagesausflug nach Hamburg nichts mehr im Wege. Nach einigen Stunden mit Freunden in der Stadt setzte der Zeitdruck wieder ein, rechtzeitig zurück am Mose zu sein, denn es sollte nach St. Peter Ording weiter gehen. Dort landeten wir 5 min vor Schließung des Flugplatzes.

Der nächstgelegene Supermarkt war einen ordentlichen Fußmarsch entfernt, so dass wir uns eher um einen Lieferdienst bemühten. Doof nur, dass wir nicht die einzigen mit dieser Idee waren – bei einer Wartezeit von über zweieinhalb Stunden wimmelte uns der Laden schnell ab, sodass uns erneut nur Knäckebrot und Nutella übrig blieb.

Bei klarem Sternenhimmel und einem traumhaften Blutmond machten wir es uns dann unter der Fläche bequem. Die Gastfreundschaft am nächsten Morgen war dann unschlagbar. Der Inhaber der dort ansässigen Westküstenflugschule organisierte ein Frühstück mit viel Kaffee für uns, so dass wir fit den Heimflug antreten konnten. Danke Uwe 🙂

Der Rückflug dauerte aufgrund geringen Gegenwinds länger als der Hinflug, ging aber auch ohne Probleme von statten. Nach einem Mittagessen und Tankstop in Damme, erreichten wir Eudenbach.

Ein cooler Ausflug mit Wiederholungcharakter. Und vielleicht kann es dann ja auch das nächste Mal nach Kroatien gehen.

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