Letzter Tag der Saison?

Der Segelflieger liebt die ersten sommerlichen Tage im Jahr. Labile Wetterlagen mit noch relativ kalter Luft und viel Sonneneinstrahlung sind oftmals Garant für gute Thermik – den Aufwinden, die zu langen Überlandflügen verhelfen – und somit langen Streckenflügen. Im Hochsommer, wenn sich die Atmosphäre in Mitteleuropa langsam und kontinuierlich erwärmt und stabilisiert (also gutes „Baggerseewetter“ herrscht) sind die Wochenenden fast schon uninteressant, sofern man Ambitionen zum ausgiebigen Überlandfliegen hat. Zu wenig bewegt sich da die Luft, zu wenig geht es „nach oben“.

Schließlich kommt dann im Spätsommer jeder Saison irgendwann der Tag, an dem es zum letzten Mal im Jahr „richtig gut geht“. Folgt man den Unkenrufen der erfahrenen Piloten, war am Sonntag in Eudenbach dieser Tag. Ein letztes Mal berappen sich also kollektiv alle Segelflieger, holen ihre und die Vereinsmaschinen aus den Anhängern und dem Flugzeughangar. Das Wetter muss schließlich genutzt werden. Es herrscht Hochbetrieb am Flugplatz.


Am Start der Startstrecke 27 in Eudenbach stehen so viele Flugzeuge gleichzeitig parat wie nur selten in der Saison. Fertig zum einklinken ins Winden-Schleppseil!

Ergebnis in Summe: Mehrere hundert Kilometer an Überlandflügen und viele glückliche Stunden hinterm Steuerknüppel. Es bleibt die leise Hoffnung, dass der September doch noch einen weiteren, gut nutzbaren Tag mit Thermik hervorbringen wird. So oder so stellt sich der Segelflieger innerlich bereits auf die Werkstattarbeit im Winter ein.

Klar ist: Vor allem für die Flugschüler werden nun noch einige meteorologisch spannende Tage folgen um Starts und Landungen zu üben. Bei starkem und böigem Herbstwind anfliegen und aufsetzen will schließlich gelernt sein. In diesem Sinne: Kopf hoch, noch ist die Saison nicht ganz vorbei!


ca. 100°-Panoramablick aus dem Duo Discus im Anflug auf gut ausgebildete Cumulus-Wolken. Ein Indikator für starke Thermik.

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